Livingroom-Blog

Conferencing vs. Streaming in Online-Weiterbildungen: Unterschiede, Vorteile und Einsatzgebiete

Bei der Umsetzung von Online-Weiterbildungen (Webinare, Online-Workshops, hybride Tagungen etc.) sind verschiedene Technologien im Einsatz. Je nach Anforderung sollten Veranstalter auf Conferencing oder auf Streaming setzen. In diesem Artikel erklären wir die Unterschiede und zeigen auf, in welcher Situation die beiden Technologien sinnvoll angewendet werden können.

Einleitung

Die Digitalisierung hat das Bildungswesen revolutioniert. Online-Weiterbildungen sind heute so relevant wie nie zuvor. Dabei spielen Conferencing und Streaming eine zentrale Rolle, um Lehrinhalte zu vermitteln und Lernende zu erreichen. Doch wie unterscheiden sich diese beiden Technologien und welche Vor- und Nachteile bieten sie in der Praxis der Online-Weiterbildung?

Was ist Video Conferencing?

Beim Video Conferencing loggen sich die User in ein Meeting ein (bspw. via Zoom, Microsoft Teams oder Google Meet). Im Normalfall sehen und hören sie sich gegenseitig. Sie kommunizieren in Echtzeit miteinander. Technisch gesehen ist Video Conferencing ein komplexer Prozess. Um Echtzeitkommunikation zu ermöglichen, werden verschiedene Technologien und Protokolle integriert.

Das Video Conferencing beginnt mit der Aufnahme von Video- und Audiosignalen durch die Kamera und das Mikrofon der eingeloggten User. Die aufgenommenen Video- und Audiodaten sind in ihrer Rohform sehr gross. Die Übertragung in Echtzeit würde eine erhebliche Bandbreite erfordern. Deshalb werden die Daten komprimiert. Die erheblich reduzierte Datenmenge wirkt sich stark auf die Qualität von Bild und Ton aus. Die komprimierten Daten werden dann über das Internet an alle anderen User im Meeting übertragen.

Da diese Datenflüsse zwischen allen eingeloggten Usern stattfinden müssen. Alle User müssen gleichzeitig die Daten an alle anderen Teilnehmenden senden und die Daten von allen anderen empfangen. Die Datenmenge steigt damit mit jeder zusätzlichen Person um die Menge bereits eingeloggter Personen.

Die Conferencing-Anwendung muss sicherstellen, dass die Video- und Audiosignale synchron sind, um eine natürliche Kommunikation zu ermöglichen. Verzögerungen werden durch Zeitstempel und Puffer ausgleichen.

Was ist Video Streaming?

Demgegenüber wird beim Streaming ein Videoinhalt entweder in Echtzeit oder verzögert (On-Demand) von einem User heruntergeladen. Der Veranstalter zeichnet die Weiterbildung auf und sendet die Daten über eine Plattform an die Teilnehmenden. Diese User beziehen die Daten individuell. Es entsteht kein zusammengehörendes Netzwerk im Sinne des Conferencing. Der streamende User ist nicht Teil einer Online-Konferenz.

Nachteile und Risiken des Conferencing

Grosse Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams haben viel investiert, um Meetings skalierbar zu machen. Auch bei vielen Usern laufen die Meetings flüssig.

Trotzdem gilt: Beim Conferencing ist der Veranstalter deutlich stärker abhängig von der Infrastruktur der User. Während beim Streaming die User nicht sicht- und hörbar sind, müssen sie sich beim Conferencing aktiv in das Meeting einwählen. Ihr Zugang und die Qualität des Meetings hängt damit stark von ihrer eigenen Infrastruktur ab.

Verfügt ein User bspw. über einen veralteten Browser oder eine schwache Internetverbindung, erschwert ihm das die reibungslose Teilnahme an einer Online-Konferenz. Oftmals stört das auch das Weiterbildungserlebnis aller anderen Personen.

Beim Streaming können sich Veranstalter auf die Infrastruktur der Referierenden konzentrieren. Es kann sichergestellt werden, dass Bild und Ton der wichtigsten Personen – der Referierenden – in möglichst hoher Qualität übermittelt werden. Das steigert das Erlebnis für die Teilnehmenden. Diese können sich so vollständig auf den Inhalt konzentrieren und sehen sich nicht mit stockenden Videos von Referent:innen oder schlechter Tonqualität konfrontiert. Schliesslich ist nachgewiesen, dass die Konzentration der User in schlechten Webinaren deutlich nachlässt.

Fazit: Conferencing oder Streaming?

Ein Conferencing sollte nur angewendet werden, wenn es zwingend erforderlich ist, dass die Teilnehmenden sich gegenseitig sehen können. Handelt es sich um Referate, die in hoher Qualität und Ausfallsicherheit übermittelt werden sollen, ist das Streaming die richtige Wahl.

Es gibt Anbieter, die beide Technologien gewinnbringend kombinieren. Für ein Webinar loggen sich die Referierenden bspw. von ihrem Büro oder Home-Office in ein Onlinemeeting ein und referieren remote (Conferencing). Dieses Meeting wird aufgezeichnet und (in Echtzeit) an die Teilnehmenden gestreamt. In diesem Live-Stream können die Teilnehmenden  über spezifische Features mit den Referent:innen interagieren auch wenn sie sich technisch nicht im gleichen Conferencing-Meeting befinden. Live-Umfragen, Chatfunktionen, Reaktionen, Direktnachrichten etc. bieten damit ein interaktives Weiterbildungserlebnis auch beim Streaming.